Plankton Research Group · Wien & Innsbruck · gegr. 2002

Wie aus Daten Wissen wird —
und wie dieser Prozess sichtbar gemacht werden kann.

Wir leben in einer Welt, die mit Modellen und Statistik argumentiert. Aber wer kann nachvollziehen, was hinter einem wissenschaftlichen Plot steht? Welche Daten wurden ausgewählt, welche Modelle angewendet, welche Alternativen verworfen? In einer Demokratie sollte das jede:r prüfen können. In der Praxis tun das die wenigsten — nicht aus Desinteresse, sondern weil die Werkzeuge fehlen, das Vorgehen zu prüfen oder eine zweite Lesart aufzubauen.

Die Plankton Research Group ist eine Citizen-Science-Initiative mit Anknüpfungspunkten an institutionelle Forschung.

Drei Säulen

Säule 01

Eigene Forschung mit voller Lineage

Unsere Publikationen liefern nicht nur Ergebnisse, sondern den ganzen Weg dorthin: Datenquellen, Aufbereitungsschritte, alternative Modell-Spezifikationen, Replikations-Kits. Wer unsere Befunde anders rechnen will, kann das. Open Science ist Programm, nicht Anhang.

Säule 02

Datenkompetenz zugänglich machen

Mit Programmen wie der As-If Science Jam machen wir die Mikro-Techniken statistischer Manipulation — Cherry-Picking, p-Hacking, Survivorship Bias, Achsen-Wahl — erlebbar. Wer den Mechanismus selbst durchgespielt hat, erkennt ihn in Wahlkampf, Boulevardpresse und Policy-Papers wieder. Resilienz nicht durch Faktenchecks, sondern durch Vertrautheit mit dem Verfahren.

Säule 03

Open Data — kuratiert, kommentiert, einsatzbereit

Wir kuratieren Datensätze aus öffentlichen Quellen (Eurostat, AACT/ClinicalTrials.gov, OECD, WHO und andere), bauen Replikations-Kits und kommentierte Methoden-Notebooks, machen sie öffentlich zugänglich. Brücke zwischen institutionellen Datenquellen und allen, die mit ihnen arbeiten wollen — Forscher:innen, Studierenden, Journalist:innen, interessierten Bürger:innen. Open Data muss nicht nur frei sein, sondern auch nutzbar.

Aktuelle Forschungsfelder

Quantitative Methodenkritik · Datenvisualisierung · Empirische Untersuchungen zum Placebo-Effekt und zu phänomenologischen Wirkprinzipien · Wissenschafts-Kommunikation.

Wissenschaftlicher Diskurs entwickelt sich von Rhetorik zu kollaborativer Erkundung, wenn jedes Argument seinen Datenweg trägt.

Statt „Vertrau mir" — „Lass es mich dir zeigen."

Statt isolierter Befunde — verbundenes Wissen. Statt statischer Aussagen — prüfbare Pfade.

Plankton-Continuity · seit 2002

Die Plankton Research Group setzt die 2002 in Innsbruck begründete Plankton-Linie fort: ein Freiraum für interdisziplinäre Experimente an den Schnittstellen von Medienkunst, Wissenschaft und Open-Source-Design — ohne Hinblick auf Mehrwert oder Profitmaximierung. Aus dem Kollektiv ist heute eine Forschungsadresse geworden. Die Haltung blieb.

Die Vorgängergruppe plankton Labs lebt als Pionier-Erzählung weiter unter michaelhackl.net/contexts/plankton-labs.

Sie dürfen wir zu uns sagen.